Ein Jahrhundertbauwerk im neuen Gewand: Unterwegs an der Staumauer am Edersee
Ein Blick hinter das Gerüst
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Ein Blick hinter das Gerüst
Die Staumauer wird in den kommenden Jahren umfassend saniert, voraussichtlich bis 2028. Ziel ist es, das Bauwerk langfristig zu erhalten und für die Zukunft zu sichern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fugen zwischen den Steinen sowie einzelne beschädigte Bereiche. Auch Pflanzenbewuchs wird entfernt, denn über die Jahre haben sich teilweise sogar kleine Bäume in der Mauer angesiedelt.
Schritt für Schritt zur Erneuerung
Vor Ort wird schnell deutlich, wie aufwendig die Arbeiten sind. Zunächst wird die Mauer mit einem Hochdruckreiniger abschnittsweise gereinigt. Anschließend entfernen die Bauarbeiter beschädigte Fugen und Steine mit Hammer bzw. Luftdruckhammer. Danach folgt eine erneute Reinigung, bevor die Fugen maschinell neu verfüllt werden.
Dabei fällt auf, dass in der Vergangenheit mit unterschiedlich grobem und feinem Mörtel gearbeitet wurde. Im Zuge der Sanierung wird das Erscheinungsbild nun vereinheitlicht.
Grauwacke und die Spuren der Zeit
Besonders spannend ist der Blick auf das Material selbst. Die Staumauer besteht aus Grauwacke, einem robusten Gestein, das tief in der Konstruktion verankert ist. Trotzdem haben Witterung und Zeit ihre Spuren hinterlassen. Eindringendes Wasser und Frost haben einige Steine beschädigt, sodass sie nun ausgetauscht werden müssen.
Wenn man direkt davorsteht, erkennt man gut, wo bereits gearbeitet wurde und wo noch der ursprüngliche Zustand zu sehen ist.
Dimensionen, die beeindrucken
Die Dimensionen sind beeindruckend. Im ersten Bauabschnitt werden rund 6.000 Quadratmeter bearbeitet, insgesamt sind es etwa 12.500 Quadratmeter. Das entspricht fast zwei Fußballfeldern. Jeder einzelne Stein wird dabei überprüft.
Gearbeitet wird abschnittsweise, sodass das Gerüst Stück für Stück entlang der Mauer versetzt wird.
Arbeiten in luftiger Höhe
Der Aufstieg auf das Gerüst bleibt ebenfalls in Erinnerung. Die Staumauer ist rund 48 Meter hoch und das speziell konstruierte Gerüst ist direkt an ihr verankert. Durch die gebogene Form der Mauer entsteht eine besondere Bauweise, die sich deutlich von klassischen Gerüsten unterscheidet.
Oben angekommen bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die Arbeitsbereiche und die Struktur der Mauer. Für einen Besuch ist das gut machbar, im Arbeitsalltag verlangt es den Bauarbeitern aber sicherlich einiges ab.
Sicherheit und Organisation auf der Baustelle
Sicherheit spielt eine große Rolle. Helme sind Pflicht, da sich beim Arbeiten immer wieder kleinere Steine lösen können. Deshalb sind die Arbeitsschritte auch so organisiert, dass die Teams nicht gleichzeitig im gleichen Bereich tätig sind und von herunterfallendem Material getroffen werden können.
Perspektivisch soll zudem ein Aufzug den Transport von Material erleichtern.
Leider ist ein Besuch in der Staumauer oder das Betreten des Baugerüsts für Besucher nicht möglich. Der Blick von der Aussichtsplattform ist aber empfehlenswert, um die Bauarbeiten zu verfolgen.
Wenn ihr euch für die Geschichte der Staumauer und des Edersees interessiert, kann ich euch "Mythos Edersee" im Besucherzentrum empfehlen. Hier wird die Geschichte visuell und akustisch erzählt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Region entstanden ist. Das Besucherzentrum ist direkt neben der Staumauer auf dem Vorplatz und hat täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Sanierung zeigt eindrucksvoll, wie viel Aufwand hinter dem Erhalt dieses Bauwerks steckt. Sie sorgt dafür, dass die Staumauer auch in Zukunft ein prägendes Wahrzeichen des Edersees bleibt.
Ein herzlicher Dank geht an Herrn Schröder vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, der mich vor Ort begleitet und spannende Einblicke in die Arbeiten gegeben hat.
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